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Von: Boboo Datum: 17.04.2007, 22:04
alle Antworten zu dieser FrageAntwort 1 von Boboo vom 17.04.2007, 22:05 bin über einen aktuellen thread gestolpert und neugierig geworden. bei wikipedia steht da auch was zu, was ich aber nicht 100%ig verstanden habe: http://de.wikipedia.org/wiki/Bildwiederholfrequenz Antwort 2 von mr_x_hacker vom 17.04.2007, 22:35 Nu, wer will das denn so genau wissen? :) Ich dachte bisher, die wären synonym... Den Wikipedia-Artikeln zufolge wird die B-Wiederholfrequenz in Hz gemessen, die B-Rate in FPS... Wenn ich das also auf auf einen PC übertrage: Spielst Du einen Shooter, ist die B-Rate Deine Framerate, die schwankt bekanntlich je nach Graka und Spielsituation... also die Menge der Bilder, die die Graka erzeugt... Die B-Wiederholfrequenz ist dann die Frequenz Deines Bildschirms, also z.B. konstant 60Hz oder 100Hz... egal wieviele Bilder die Graka liefert, der Monitor refresht seine Anzeige konstant 60x/100x pro Sekunde... Ciao Sascha Antwort 3 von Boboo vom 18.04.2007, 08:59 Hey danke. wollte das wissen, weil ich mir einen neuen monitor kaufen wollte und nicht wusste, wo da der unterschied liegt. dann sollte ich vll noch die leistung meiner graka angucken, oder? und wie sieht es da mit der reaktionsgeschwindigkeit der TFTs aus? kann ich einfach eine reaktionszeit von 8 ms umrechnen und sagen, dass das 125 Hz sind? Antwort 4 von Doc-Jay vom 18.04.2007, 13:39 Hi.... Ne, die Reaktionszeit ist die Zeit die ein einzelner Bildpunkt braucht um von weiß auf schwarz umzuschalten, oder umgekehrt. Die Bildwiderholfrequenz besagt wieviele (komplette) Bilder der Monitor in einer Sekunde darstellt. Ein TFT läuft in der Regel mit 60 Hz, pro Sekunde wird also 60 mal das Bild neu aufgebaut. Wenn in dem einen Bild ein Bildpunkt weiß ist und im nächsten Bild schwarz sein soll, dann liegt zwischen den einzelnen Bildern ca. 16 ms, der Bildpunkt selbst schaltet aber in z.B. 8 ms von weiß auf schwarz um. Die Hersteller geben im übrigen immer die Umschaltzeit von weiß auf schwarz oder umgekehrt an, da hierbei der Spannungsunterschied am größten ist (und mit sog. Overdrive-Schaltungen oft noch etwas vergrößert wird) und der Punkt am schnellsten umschaltet, während bei nur geringen Farbwechseln der Spannungsunterschied nur gering ist und die Kristalle in den TFTs etwas träger reagieren. Alle Klarheiten beseitigt? ;-) Der Doc Antwort 5 von Boboo vom 18.04.2007, 18:28 Zitat: Wenn in dem einen Bild ein Bildpunkt weiß ist und im nächsten Bild schwarz sein soll, dann liegt zwischen den einzelnen Bildern ca. 16 ms, der Bildpunkt selbst schaltet aber in z.B. 8 ms von weiß auf schwarz um. Heißt das, dass nicht ALLE Bildpunkte gleichzeitig, sondern nur teilweise zeitgleich und teilweise auch zeitversetzt umschalten? Antwort 6 von Doc-Jay vom 18.04.2007, 19:24 Sorry, Da hab ich was schlecht erklärt. Versuche ich es nochmal. und ganz ausführlich... Fangen wir mal bei einem guten alten fernseher an (gleiches gilt für einen Röhrenmonitor) . Dort wird mit einem Elektronenstrahl Zeile für Zeile eine Leuchtschicht vorne an der Mattscheibe zum Leuchten gebracht. Was der Fernseher / Monitor darstellen soll wird ihm auch in genau dieser Folge vom Coputer oder vom Fernsehsender zugeschickt, Bildpunkt für Bildpunkt. Nachdem der Elektronenstrahl einen Bildpunkt zum leuchten angeregt hat leutet dieser noch eine gewisse Zeit nach und wird dann wieder dunkel. Damit er nicht völllig dunkel wird, wird das Bild regelmäßig wieder neu aufgebaut, beim Fernseher wird jede 50stel Sekunde ein Halbbild neu geschrieben (was das ist erkläre ich nur auf Verlangen ;-) ), ein Computermonitor baut je nach Einstellung 50 bis 120 Vollbilder je Sekunde auf. Je mehr Bilder desto besser, denn ab 25 Bildern je Sekunde nimmt das menschliche Auge das Flimmern, das durch das Abdunkeln der Leuchtschicht entsteht, nicht mehr wahr. Bei TFT ist das etwas anders. Die Daten werden zwar auch nacheinander für jeden Bildpunkt vom Coputer zum Monitor übertragen (rund 1 Million Kabel für eine 1024er Auflösung wäre ein ziemliches dickes Kabel!). Aber die Elektronik im Monitor geht ein klein wenig anders damit um. Es gibt keine Leuchtschicht die von einem Elektronenstrahl zum leuchten angeregt wird, sondern eine Hintergrundbeleuchtung deren Licht durch Flüssigkristalle mehr oder weniger stark zu einem Farbfilter duchgelassen wird.Zu jedem Bildpunkt gehören drei solcher Kristallstrukturen, je einer für die Grundfarben der aditiven Farbmischung Rot, Grün und Blau. Und diese gefilterte Hintegrundbeleuchtung nehmen wir dann mit unserem Auge wahr. Wie stark die Kristalle das Licht durchlassen sollen wird ihnen von Transistoren "gesagt" (daher der Name TFT: ThinFilmTransistor), je Bildpunkt 3 Transistoren Anders als die Leuchtschicht beim Röhrenmonitor verliert der Transistor und damit der Kristall aber nicht die Information wie stark er das Licht durchlassen soll, sondern er behält die Information so lange bis er eine neue Information bekommt. Bei einem Standbild wäre es also theoretisch möglich, das Bild einmalig an den Monitor zu übertragen und dann die Grafikkarte abzuschalten. Der Monitor behält sein Bild. Damit Bewegungen aber flüssig erscheinen reichen beim TFT 60 Bilder je Sekunde. Das bedeutet, die Transitoren bekommen jede 60stel Sekunde eine neue Information über "ihren" Bildpunkt. Das ist die Bildwiederholfrequenz. Kommen wir jetzt zur Reaktionszeit: Angenommen ein Bildpunkt ist schwarz. Jetzt bekommt der Transistor die Information für das nächste Bild. Und in diesem Bild ist dieser Bildpunkt weiß. Der Transistor "sagt" also "seinem" Kristall, dass er umschalten soll, von "kein Licht durchlassen" (also schwarz) auf "Licht durchlassen" (weiß). Der Flüssikkristall ändert nun seine interne Struktur, und das dauert eine gewisse Zeit, eben die Reaktionszeit von z.B. 8ms. Bei alten Digitaluhren, die ein LCD besitzen, ist diese Rekationzeit sehr groß, man sieht beim wechsel der Zahlen wie ein schwarzer Balken zuerst grau wird bevor er verschwindet, und umgekehrt auch. Wenn ein Computermonitor solch träge Kristalle hätte würde das Bild bei schnellen Bildwechseln matschig, flau und verschwommen wirken. Dank der schnellen Kristalle wirkt das Bild hingegen scharf und farbenfroh. Wieviele Bilder pro sekunde ein Spiel bzw, die Grafikkarte jetzt erzeugen KANN ist dem TFT im übrigen schnurz. Die Grafikkarte berechnet vielleicht 120 Bilder in einer Sekunde, überträgt aber nur jede 60stel Sekunde ein neues Bild zum TFT. Ein moderner Röhrenmonitor kann die 120 Bilder je Sekunde allerdings tatsächlich darstellen, und das ist einer der Hauptgründe warum Hardcore-Gamer immer noch lieber die 25kg schweren 20" Röhre auf dem Tisch stehen haben als den 2kg leichten TFT.. abgesehen von der gleichmäßigeren Ausleuchtung und der natürlicheren Farbwiedergabe. Meinen 17" Röhrenfreund hab ich auch noch lange nicht ausgemustert. So. das war eine sehr ausführliche Erklärung. Und mit Sicherheit viieel zu viel für die Frage.. aber ich liebe es nunmal dramatisch *lach* In diesem Sinne und in der Hoffnung dass du es verstanden hast der Doc. Nachtrag: EIn bödes Beispiel, aber im grunde genommen das gleiche. Angenommen eine Glühbirne braucht eine halbe Sekunde von ganz dunkel bis ganz hell wenn du den Lichtschalter umlegst, und genauso lange von ganz hell bis ganz dunkel wenn du wieder ausmachst. Dann ist diese halbe Sekunde die Reaktionszeit der Glühbirne. Wenn du jetzt alle 10 Sekunden den Schalter umlegst, also an, 10 Sekunden warten, aus, 10 Sekunden warten, an.... dann hast du eine Schaltfrequenz von 1/10 Hz, vergleichbar mit der Bildwiederholfrequenz. Alles klar? ;-) Antwort 7 von snepper vom 18.04.2007, 19:37 @ doc-jay, ich finde deine Erklärungen einfach Klasse! Für den normal User sollte aber das Zitat: Wenn ein Computermonitor solch träge Kristalle hätte würde das Bild bei schnellen Bildwechseln matschig, flau und verschwommen wirken. Dank der schnellen Kristalle wirkt das Bild hingegen scharf und farbenfroh. von dir Gesagte ausreichen, denn es trifft den Kern. @ Boboo, als wirklich nur klitzekleiner Nachtrag zu o.g. Erklärungen. Beachte das die von den Herstellern angegebenen Reaktionszeiten nicht immer den Tatsachen entsprechen. Vor Kurzem galt noch ein TFT mit 16ms Zugriffszeit als spieletauglich. Derzeit liegen moderne TFTs bei angegebenen 2ms! Ob das stimmt merkst du beim spielen oder schnellen Szenenwechseln im Film, wenn es anfängt zu "schlieren". Deshalb ist neben dem Blickwinkel und dem Kontrastverhältnis die Reaktions-oder Zugriffszeit so wichtig bei einem TFT- Kauf. sepp Antwort 8 von Doc-Jay vom 18.04.2007, 20:06 Danke für ddas Lob. Habe auch noch einen Nachtrag zu den 2ms Reaktionszeit... 2ms sind wirklich nur bei einem wechsel von schwarz auf weiß oder umgekehrt machbar. Weil hier der Spannungsunterschied am größten ist und die Kristalle somit am schnellsten reagieren. Oft wird auch eine sog. Overdrive-Schaltung benutzt, die zuerst das Bild komplett analysiert und dann die Punkte ansteuert. Dabei wird dann dem transistor kurzfristig eine höhere Spannung als eigentlich benötigt zugeschoben, sodass die Kristalle noch etwas schneller sind. Und ein weiterer Trick: Wenn man den umschaltvorgang zeitlich dehnt dann sieht man dass die Umschaltung nicht kontinuierlich geht sondern zuerst langsam anfängt, dann steil nach oben / unten geht und dann wieder abflacht. Als logisch NULL gilt dabei ein Pegel von 0 bis 10% des maximalpegels und als logisch EINS ein Pegel von 90% bis 100% . Zwischen 10% und 90% ist die Umschaltkurve relativ steil, die Zeit also relativ gering. Die Zeiten zwischen 0 und 10% und dann wieder zwischen 90% und 100% sind dann in etwa nochmal genauso lange. Wenn ein Hersteller also eine Reaktionszeit von 2 ms angibt, dann meint er vielleicht genau die Zeit zwischen der 10 und 90% Marke. Die tatsächliche Umschaltzeit zwischen 0 und 100% liegt dann aber bei tatsächlichen 5 bis 6 ms. Der Elektronen-Doc ;-) Antwort 9 von mr_x_hacker vom 18.04.2007, 21:31 Zitat: <quote>Ein moderner Röhrenmonitor kann die 120 Bilder je Sekunde allerdings tatsächlich darstellen, und das ist einer der Hauptgründe warum Hardcore-Gamer immer noch lieber die 25kg schweren 20" Röhre auf dem Tisch stehen haben als den 2kg leichten TFT..</quote> Von diesen Leuten halte ich im allgemeinen das gleiche, wie von denen die erzählen, sie würden den Unterschied zwischen einem MP3 mit 256kbit und einem mit 320kbit so signifikant hören, dass ersteres "schlechte Qualität wegen zu starker Kompression" ist... :P Ich muss mal irgendwann den Test machen, und jemanden zufällige 256er und 320er "probehören" lassen... beim Bildschirm ist das leider nicht so einfach, weil man da irgendwie leichter sehen kann, ob man vor einem 2kg oder 25kg-Gerät sitzt :) Ciao Sascha Antworten der Gruppe: WindowsXP
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